Die Jahrhundertflut trifft einen der ältesten
Eilenburger Vereine bis ins Mark.

 



Nachdem die Stadt in den letzten Kriegstagen 1945 zu zwei Dritteln zerstört wurde und sie sich jetzt 
endlich wieder langsam heraus putzte, tobte am 12. August eine bis dahin noch nie in der mehr als 1000-jährigen Geschichte Eilenburgs gesehene Flutwelle (des normalerweise lammfrommen Flüsschens Mulde) durch die gesamte Innenstadt. Die Verwüstungen und Schäden sind nur zu glauben, wenn man sie selbst gesehen hat.  Seit das Wasser wieder zurück geht, rackern die Eilenburger mit Helfern aus ganz Deutschland, um ein gewisses Maß an Normalität wieder herzustellen.  Zwei Eisenbahnbrücken wurden zerstört, eine ganze Siedlung stand  unter Wasser, manche Häuser sind zusammen gebrochen. Und von überall her hören wir - sagt uns, wie wir helfen können. Vielleicht haben Sie schon längst eine Spende für den Wiederaufbau in Sachsen geleistet? Dann wird diese Spende auch beim neuen Aufschwung-Ost helfen. Falls Sie sich noch überlegen, ob Sie "konkreter" helfen könnten - dann nehmen Sie sich doch bitte noch die Zeit, die nächsten Zeilen zu lesen:

In Eilenburg wurde 1906 der Ruderclub gegründet. Gegen 1910 wurde ein hübsches Bootshaus im Fachwerkstil gebaut, das die Zerstörungen des Beschusses von 1945 als eines der wenigen Häuser in der Stadt unbeschadet überstanden hat. Und doch verfiel es im Laufe der Zeit immer mehr. Wir konnten das Bootshaus nicht retten - es war ein typisches Beispiel für "Ruinen schaffen ohne Waffen". Dafür gelang es uns aber mit eigener Kraft, einer guten Portion DDR-Eulenspiegelei und Tausenden von freiwilligen Arbeitsstunden ein neues Bootshaus aufzubauen. Ein Schmuckstück. Wir pflegten und hegten es wie unseren Augapfel, retteten es über die Wirren der Vor- und Nachwendezeit und konnten es schließlich kurz vor dem Übergang ins Jahr 2000 wieder mit dem zugehörigen Grundstück im Stadtpark als unser "Eigentum" ansehen. Klaus Winkler, der Schatzmeister, könnte genau sagen, welche Summen und welche Arbeitsstunden wir Ruderinnen und Ruderer in den Neubau, die Renovierung und Modernisierung des Bootshauses gesteckt haben. Endlich gab es eine Wärmedämmung, neue Sanitäranlagen, einen optimal ausgerüsteten Kraftraum, ein Ruderbecken, einen liebevoll gestalteten Saal, eine kleine Gaststätte - nach der neuen Fassade sollte nun nur noch das alte Asbestdach ersetzt und ein ordentlicher Ballspielplatz angelegt werden. Mit unserem Bootspark können die Kinder und Jugendlichen endlich wieder deutschlandweit zeigen, dass es auch in Eilenburg Wettkampf-Ruderer gibt, auf deutschen, polnischen und tschechischen Gewässern sind unsere Wanderruderer unterwegs. 
Die Flutwelle ist durch ein Fenster im Ruderbecken in das Bootshaus gebrochen, hat das Ruderbecken zerdrückt und danach den Saal, die Gaststätte, sämtliche Sanitärräume, die Heizung und die Werkstatt zerstört. Das Wasser stand im Untergeschoss mehr als zwei Meter hoch. Gerettet worden ist der Bootspark, vor der Bootshalle haben wir wie auf einer Arche Noah vielen Tieren aus dem benachbarten Tierpark beim Überleben helfen können. Kaum war das Wasser gefallen - haben wir zunächst die Zerstörung vollendet: Es gibt nur noch nackte Wände und Schlamm. Aber wir wollen nicht aufgeben.
Ob Sie uns dabei etwas helfen wollen? Ob wir es ohne Sie noch einmal allein schafften? Wir wären Ihnen für jede Spende dankbar. Der Ruderclub Eilenburg als eingetragener Verein kann Ihnen eine Spendenbescheinigung ausstellen. Darum, und um die korrekte Verwendung aller Gelder nur für den einen Zweck "Rettung des Eilenburger Bootshauses" kümmert sich zuverlässig unser Schatzmeister, Klaus Winkler (Tel.: 03423/600 040.

Bank: Sparkasse Delitzsch-Eilenburg, BLZ: 860 55 002, Konto: 223 000 32 86).

Natürlich erhalten Sie auch jede gewünschte Auskunft von den Vorstandsmitgliedern, allen voran Wilfrid Dippmann (Tel.: 03423/605 331), Clubmitgliedern, der Ihnen auch dafür dankt, bis zu dieser Stelle gelesen zu haben. 

Bilder der Flutkatastrophe  

Bootshaus_Arche
Bootshaus_Saal      
Bootshaus_Südseite
Eilenburg         

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